Youtube-Star warnt vor „Fake News“ und Künstlicher Intelligenz

Mirko Drotschmann alias „MrWissen2go“ erklärte am Kreisberufsschulzentrum in Bad Saulgau, wie Desinformation auf die Gesellschaft wirkt.

Eugen Kienzler / Schwäbische Zeitung
https://epaper.schwaebische.de/titles/badsaulgau/10725/publications/6678/pages/10/articles/2469040/11/3
08.03.2026 Bad Saulgau

Einer der erfolgreichsten Wissensvermittler auf YouTube, Podcaster und Medienpreisträger „MrWissen2go“ alias Mirko Drotschmann war erneut an der Helene-Weber-Schule, um zum Thema „Fake News – eine Gefahr für unsere Demokratie?“ zu referieren.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Foyer, als die beiden SMV-Sprecherinnen Amelie Bühler und Sabrina El-Fachtali Mirko Drotschmann mit der humorigen Feststellung begrüßten: „Ihre Videos sind auch bei uns im Einsatz und haben schon manche Klassenarbeit gerettet.“ Nun konnten sie „MrWissen2go“ ganz analog erleben.

Aus aktuellem Anlass startete Mirko Drotschmann mit Informationen zur anstehenden Landtagswahl und mit der Motivation, sich über die verschiedenen Möglichkeiten wie beispielsweise den Wahl-O-Mat ein Bild zu verschaffen und das Wahlrecht als wichtiges Instrument der Demokratie zu nutzen.

Desinformationen und Fake News nehmen gerade im Netz und in sozialen Medien stark zu und werden im Zeitalter Künstlicher Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnen.
„KI wird sich rasant weiterentwickeln. KI ist wie ein Messer – man kann damit Brot schneiden, aber auch einen Menschen verletzen“, so die sarkastische Beschreibung von Chancen und Risiken.

„Falschmeldungen sind nicht nur falsche Informationen, sondern welche, die einen besonderen Hintergrund haben, die Menschen beeinflussen, manipulieren, einen Denkprozess in Gang setzen sollen“, erklärte der Youtuber.

„KI ist wie ein Messer – man kann damit Brot schneiden, aber auch einen Menschen verletzen.“

Gerade im Internet, auf Plattformen wie Tiktok, Instagram und Youtube, kursieren immer wieder Falschmeldungen, die sich rasant verbreiten können. Darum gab Mirko Drotschmann den Schülern auch Tipps, wie sie diese enttarnen können.

„Seid kritisch, seid misstrauisch. Glaubt nicht alles, was Ihr im Netz seht, insbesondere dann, wenn es aus dubiosen Ecken kommt“, riet Drotschmann. „Prüft immer die Absender. Wer steckt dahinter? Werden Quellen angegeben? Was sind das für Quellen? Wird hier viel mit Emotionen gearbeitet, wird sachlich getextet, wird vielleicht Meinung mit objektivem Inhalt vermischt? Und da sollte man besonders vorsichtig sein und immer ein bisschen wie ein misstrauischer Detektiv unterwegs sein.“

Er warnte aber auch, nicht selbst zum Täter zu werden, sei es aus Absichten, jemanden zu kompromittieren oder sich einen Spaß zu erlauben. Denn eine Falschmeldung aus dem Netz wieder zurückzunehmen, sei wie einen Hausbrand mit der Gießkanne löschen zu wollen.
Sein nachdenkliches Resümee: Fake News können unsere medienorientierte Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn Menschen nicht mehr wissen, wem sie vertrauen können, vertrauen sie niemandem mehr. Das würde dafür sorgen, dass unsere Demokratie massiv geschwächt würde.

Sein Vortrag wurde abgerundet durch eine Fragerunde. Wie sehr die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der Ukraine die Schülerinnen und Schüler beschäftigen, zeigten die sehr politischen Fragen bis hin zu „Wie weit sind wir vom dritten Weltkrieg entfernt?“

Fotos: Eugen Kienzler / Schwäbische Zeitung

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